Grundstein der Cybersicherheit

25.09.2017

Grundstein der Cybersicherheit

Feierlicher Baubeginn des Neubaus für IT-Sicherheitsforschung am Kantplatz

Darmstadt, 25. September 2017. Mit einer feierlichen Grundsteinlegung haben heute die Rohbauarbeiten für den Neubau der IT-Sicherheitsforschung an der TU Darmstadt begonnen. Das knapp 18,4 Millionen Euro teure Zentrum am Kantplatz wird von Bund, Land und der TU finanziert. Hier forscht künftig der Profilbereich Cybersicherheit (CYSEC) der TU.

(v.l.n.r.) Prof. Johannes Buchmann, Roland Jabkowski, Irene Bauerfeind-Roßmann, Prof. Hans Jürgen Prömel und Oberbürgermeister Jochen Partsch
(v.l.n.r.) Prof. Johannes Buchmann, Roland Jabkowski, Irene Bauerfeind-Roßmann, Prof. Hans Jürgen Prömel und Oberbürgermeister Jochen Partsch

Irene Bauerfeind-Roßmann aus dem Hessischen Wissenschaftsministerium, Roland Jabkowski, Co-Chief Information Officer im Hessischen Finanzministerium und Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch brachten gemeinsam mit TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel und Professor Johannes Buchmann, dem Sprecher von CYSEC, eine Zeitkapsel ins Fundament ein. Die prominent besetzte Gästeliste spiegelt auch das gemeinschaftliche Engagement wider: Das mit Bau und Ersteinrichtung knapp 18,4 Millionen Euro teure Zentrum für IT-Sicherheit wird im Rahmen der von Bund und Ländern finanzierten „Gemeinschaftsaufgabe Forschungsbauten“ und des von Bund und Ländern finanzierten „Hochschulpakt 2020-Investitionsprogramms“ – sowie aus Mitteln der TU Darmstadt finanziert. Die Fertigstellung ist für Sommer 2019 geplant.

Das viergeschossige Gebäude wird künftig die Ansicht des Kantplatzes am westlichen Rand des Martinsviertels prägen und den Standort Stadtmitte der TU Darmstadt erweitern. Es liegt in unmittelbarer Nähe unter anderem zu den Fachbereichen Informatik, Mathematik, Physik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik. Auf rund 2.100 Quadratmetern Hauptnutzfläche bringt es künftig Labore, Büros und Seminarräume unter ein Dach. Im Untergeschoss findet sich der „E-Campus“, auf dessen Serverflächen die Fachgebiete der TU ihre Computersysteme in einer professionellen, stabilen und wirtschaftlich betreibbaren Umgebung aufstellen können. Die interdisziplinär arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Profilbereich CYSEC zusammengeschlossen sind, finden hier beste Arbeitsbedingungen für zukunftsweisende Forschung zur IT-Sicherheit von den Grundlagen bis zur Anwendung.

Wichtiger Bestandteil der Entwurfsaufgabe war die Schaffung eines architektonisch und städtebaulich durchdachten und anspruchsvollen Gebäudes. Wirtschaftlichkeit und die nutzungsspezifischen Funktionen waren ebenso zu beachten. Das Architekturbüro ArGe Architekten, Waldkirch, hatte sich im europaweiten Realisierungswettbewerb gegen 24 Mitbewerber durchgesetzt. Sein Entwurf sieht zwei geschickt überlagerte Rechteckkörper vor, die einen sehr gut proportionierten und hellen Innenhof als räumlichen und sozialen Mittelpunkt des Zentrums aufspannen. Die geometrische Staffelung des Baukörpers bindet das Gebäude künftig städtebaulich an die Pankratiusstraße sowie an das Gebäude der Physik an. Der Fuß- und Radweg zwischen Pankratius- und Ruthsstraße, die Alte Arheilger Straße, bleibt erhalten.

Der ursprünglich für Mitte 2015 geplante Baubeginn hatte sich aufgrund des komplexen Planungs- und Genehmigungsverfahrens und der nötigen Klärung von Grundstücksfragen verzögert. Für den Neubau mussten zwei alte Gebäude abgerissen werden und ein Fassadenkunstwerk umziehen: Die Glasmosaiken „Helio I“ und „Helio II“ des Darmstädter Künstlers Bernd Krimmel sind seit vorigem Jahr im Treppenaufgang des Hörsaal- und Medienzentrums der TU auf der Lichtwiese dauerhaft zu sehen.

Stimmen zur Grundsteinlegung

Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst:

„Die Förderung des Forschungsbaus CYSEC durch Bundesmittel aufgrund der besonderen überregionalen Bedeutung ist ein weiterer Beleg für die Forschungsstärke der TU Darmstadt. Mit dem Neubau wird die TU Darmstadt in die Lage versetzt, die bereits heute international anerkannte Kompetenz in Fragen der IT-Sicherheit weiter auszubauen und weitere Forschungsergebnisse in das vom Land Hessen und dem Bund geförderten Kompetenzzentrum ‚Center for Research im Security and Pricacy‘ (CRISP) einzubringen.“ Der Minister wies auch darauf hin, dass mit der bisherigen Förderung des LOEWE-Zentrums „Center for Advanced Security Research“ (CASED) in Höhe von rund 45 Millionen Euro aus dem Forschungsförderungsprogramm LOEWE ein wichtiger Grundstein für die exzellenten Forschungsarbeiten gelegt worden ist.

Roland Jabkowski, Co-Chief Information Officer, Hessisches Ministerium der Finanzen, und damit mitverantwortlich für die Steuerung der IT-Gesamtstrategie des Landes Hessen:

„Datenschutz, Datensicherheit, sowie ganz allgemein die Sicherheit unserer IT-Systeme, sind bereits heute fundamentale, gesellschaftliche Herausforderungen. Deshalb benötigen die Hochschulen neben klugen Köpfen auch modernste räumliche und technische Rahmenbedingungen, wie wir sie nach Fertigstellung des Neubaus für IT-Sicherheitsforschung an der TU-Darmstadt finden werden. Bereits heute kann ich die TU Darmstadt – allen voran die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – zu dem Neubau nur beglückwünschen. Von ihrer Spitzenforschung profitieren die Bürgerinnen und Bürger, die Wirtschaft sowie Staat und Verwaltung. Die hier zu tätigenden Investitionen – an denen sich auch das Land Hessen beteiligt – sind daher wichtige Investitionen für eine gute und sichere Zukunft für uns alle.“

Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt:

„Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist im Sommer vom Branchenverband Bitcom als Digitalstadt ausgezeichnet worden. Diese Anerkennung verdeutlicht, dass sich in Darmstadt wie in kaum einer anderen deutschen Stadt Institutionen konzentrieren, die an Zukunftstechnologien forschen, sich darin gegenseitig ergänzen und im Übrigen auch das städtische Leben prägen. Die Akzeptanz dieser Technologien vor allem der digitalen Zukunft hängt ganz wesentlich von der Sicherheit der Datenerhebung und -verarbeitung ab. Cybersicherheit hat Priorität, und deshalb ist es gut, dass dieses neue, bedeutende Institut in der Mitte des Campus der Technischen Universität Darmstadt entsteht. Ich wünsche dem Bau und den dort Arbeitenden viel Erfolg!“

Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt:

„Ich freue mich sehr, dem CYSEC-Team dank der Unterstützung vom Bund und vom Land Hessen nun bald ein neues wissenschaftliches Zuhause bieten zu können. CYSEC als einer der Profilbereiche der TU Darmstadt stellt nicht nur eine elementare Säule im Forschungsprofil unserer Universität dar, sondern stärkt auch die IT-Sicherheitsforschung in Darmstadt und der Region spürbar und nachhaltig.“

Prof. Dr. Johannes Buchmann, Sprecher des TU-Profilbereichs CYSEC und des Sonderforschungsbereichs CROSSING:

„Seit über 15 Jahren gibt es an der TU Darmstadt Forschung im Bereich Cybersicherheit und Privatheit auf höchstem internationalen Niveau. Das neue CYSEC-Gebäude macht die Relevanz des Profilbereichs Cybersicherheit in der TU Darmstadt nun auch baulich sichtbar und trägt zu seiner Stärkung bei. Das neue Gebäude holt die Cybersicherheit in die Stadtmitte und zeigt damit auch ihre Bedeutung für uns alle. Unsere Forscherinnen und Forscher freuen sich auf ihre neue Arbeitsumgebung mit hochmodernen Büros und Laboren.“

Verfolgen Sie den Baufortschritt live!

Live-Bilder vom Baufortschritt des neuen CYSEC-Gebäudes gibt es hier: Webcam an der Baustelle.

zur Liste