CROSSING-Wissenschaftler gewinnen 3. Preis beim TU-Ideenwettbewerb

Projekt "Multi-User Quantum Key Hubs"

20.12.2021

Beim Finale des TU-Ideenwettbewerbs 2021 in der vergangenen Woche pitchten zehn Teams um den Sieg in den Kategorien „Studierende“ und „Wissenschaftler:innen“. Das Innovations- und Gründungszentrums HIGHEST der TU Darmstadt lobt diesen diesen Wettbewerb seit zehn Jahren aus. Die eingereichten Vorschläge wurden von Expert:innen aus Wirtschaft und Forschung auf ihr Vermarktungs- und Innovationspotenzial geprüft und durchliefen ein mehrstufiges Auswahlverfahren.

Harald Holzer und Professor Jens Schneider beim Finale des TU-Ideenwettbewerbs

„Die Ideen der 30 Wissenschaftler- und 41 Studierendenteams stammen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und sind durchgängig auf sehr hohem Niveau“, erläutert Harald Holzer, Geschäftsführer des Innovations- und Gründungszentrums HIGHEST der TU Darmstadt.

„Der TU-Ideenwettbewerb hat eine hohe Bedeutung für die Innovationskraft der TU Darmstadt. Er zeigt, wie inspirierende Ideen aus der Universität heraus entstehen und gemeinsames Nachdenken und Diskutieren Ausgangspunkt ist für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen von heute und morgen. Viele der Ideen münden in Gründungen erfolgreicher Start-ups“, betont TU-Präsidentin Professorin Dr. Tanja Brühl in ihrem Grußwort an die Finalistinnen und Finalisten.

„Mit diesem Wettbewerb gelingt es HIGHEST, Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gleichermaßen zu Innovationen zu inspirieren, ihre neuartigen Ideen in ein trag- und zukunftsfähiges Konzept zu übertragen und dann von ausgewiesenen Expertinnen und Experten überprüfen zu lassen. So aktivieren wir gemeinsam die wichtigsten Ressourcen, die zu Innovation führen: Kreativität und wissenschaftlichen Forschungsdrang!“, sagt Professor Dr.-Ing. Jens Schneider, TU-Vizepräsident für Transfer und Internationalisierung.


Preisträger TU-Ideenwettbewerb 2021

Kategorie Wissenschaftler:innen

1. Preis: HCP Sense
Martin Hamann, Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kirchner, Georg Martin, Tobias Schirra, Ansagar Thilmann, Sarah Wicker.

2. Preis: CeraSleeve
Prof. Dr. Annette Andrieu-Brunsen, Prof. Dr. Markus Biesalski, Dr. Nicole Rath, Mathias Stanzel und weitere.

3. Preis: Multi-User Quantum Key Hubs
Erik Fitzke und Oleg Nikoforov

Kategorie Studierende

1.Preis: Exenretter
Moritz Ellenberger, Jonathan Holfelder

2. Preis: SafetyStem
Sebastian Bauer und Philipp Lemanczyk

3. Preis: Smart.Earth
Joschka Gutensohn, Peijun Ji, Edvard Maul und Alexander Schäfer

Sonderpreis der Digitalstadt Darmstadt
Sven Siebeneicher, Projekt Tiaras

Sonderpreis „Künstliche Intelligenz“
LayoverSolutions mit Simon Dierdorf, Pascal Petsch und Chan Yoon

Interview mit Oleg Nikiforov und Erik Fitzke

Den dritten Platz in der Kategorie Wissenschaftler:innen belegten die CROSSING-Wissenschaftler Oleg Nikiforov und Erik Fitzke aus dem Projekt P4.


Was ist der Hintergrund eurer Idee „Multi-User Quantum Key Hubs“?

Wir haben ein System zum Quantenschlüsselaustausch (Quantum Key Distribution, QKD) gebaut. Damit kann auch in größeren Netzwerken effizient eine quanten-sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umgesetzt werden. Die Sicherheit der Schlüssel ist dabei durch die Gesetze der Quantenphysik garantiert. QKD bleibt auch in der Zukunft sicher, selbst wenn andere Verschlüsselungsverfahren durch Quantencomputer geknackt werden können.
Bisher stand in der Forschung die Verbesserung der Performance von QKD-Systemen für zwei Nutzer im Vordergrund. Bei Multi-User Quantum Key Hubs dagegen wurde der Netzwerk-Aspekt in den Mittelpunkt gestellt. Die Skalierbarkeit und Robustheit des Systems war für uns maßgeblich bei allen Entwicklungsschritten.


Woher kam die Idee für dieses Projekt?

Das Thema IT-Sicherheit hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, dazu kommt gerade der Hype um neue Quantentechnologien. Als Doktoranden am Projekt P4 in der Arbeitsgruppe von Prof. Walther haben wir viel Erfahrung gesammelt und in den letzten Monaten haben wir am Projekt große Fortschritte gemacht. Da haben wir uns gedacht: Unser System und das Team sind eine sehr gute Basis für eine potentielle Ausgründung. Der Zeitpunkt ist auch günstig, denn es gibt mittlerweile Förderprogramme in Deutschland und Europa, um Quantentechnologien in die Anwendung zu bringen.


Warum habt ihr beim Ideenwettbewerb mitgemacht?

Der Ideenwettbewerb war für uns eine tolle Chance, das Projekt einem fachfremden Publikum zu präsentieren. Um aus unserer Idee ein Produkt zu machen, müssen wir auch potenzielle Investoren, Partner und Kunden von unserer Idee überzeugen. Bei dem Wettbewerb ging es uns auch darum, die Idee in dieser Hinsicht mal auf die Probe zu stellen. Außerdem war es natürlich eine Chance, um auf uns aufmerksam zu machen.


Wie geht es nun mit eurer Idee nun weiter?

Wir planen, uns für Fördergelder zu bewerben, damit die Produktentwicklung beginnen kann. Dazu suchen wir starke Partner in der Industrie und motivierte Teammitglieder. Wir suchen noch Mitstreiter z.B. mit IT-Security-Spezialisierung oder Erfahrung in der Software-Entwicklung oder im technischen Vertrieb. Also: Meldet euch bei uns, wenn ihr Lust habt mitzumachen!