Talk am Mittwoch mit Prof. Peter Buxmann

2020/10/14

Beim „Talk am Mittwoch“ gehen während des European Cyber Security Month 2020 Expert:innen aus dem Bereich Wirtschaft und Wissenschaft mit unseren Moderator:innen ins Gespräch. Es geht um persönliche Erfahrungen und aktuelle Themen im Bereich Entrepreneurship und Cybersicherheit. In dieser Folge zu Gast: Prof. Peter Buxmann von der TU Darmstadt.

Prof. Peter Buxmann leitet seit 2004 das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt. In der ersten Folge des „Talk am Mittwoch“ stellt sich der langjährige Leiter des Innovations- und Gründungszentrums HIGHEST an der TU Darmstadt den Fragen von CYSEC-Geschäftsführerin Elena Dröge.

Prof. Peter Buxmann im Gespräch mit CYSEC-Geschäftsführerin Elena Dröge

Im Gespräch berichtet der TU-Professor, der auch selbst Gründer war, unter anderem von seinen bisherigen Erfahrungen mit neuen Entrepreneuren: „Es ist wahnsinnig interessant und spannend mit den jungen Gründerinnen und Gründern zusammenzuarbeiten, gemeinsam auch an den Geschäftsmodellen zu feilen“. Wirklich Spaß bereite es ihm, die innovativen Ideen der Gründer:innen in Geschäftsmodelle zu übersetzen und beispielsweise bei Konzepten für die Kundenansprache oder das Marketing zu unterstützen.

Im knapp 15-minütigen Format geht Buxmann aber nicht nur auf seine Erfahrungen in der Gründungsberatung, sondern auch darauf ein, wie er Gründungen selbst erfahren hat: „Ich selbst habe zweimal gegründet. Einmal war es ganz erfolgreich, da konnten wir das Unternehmen dann an einen finnischen Investor verkaufen, wobei man auch wahnsinnig viel lernt“, so Buxmann, „und das andere, das war so ein Beispiel dafür wie es danebengehen kann“.

Daneben geht es im Video aber auch um das Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Privatheit und dem Wert von Daten. Der CYSEC-Principal-Investigator erläutert dies unter anderem am Beispiel der Corona-Warn-App der Bundesregierung. „Erst einmal ging es sehr schleppend los mit der Corona-App. Dann wurde ein zentraler Ansatz verfolgt. Dann gab es einen riesengroßen Aufschrei wegen potenzieller Privatsphäreverletzungen und Datenschutz […] und dann haben alle sehr schnell gesagt: ‚Okay, das geht überhaupt nicht, wir müssen zu einem dezentralen Modell‘,“ rekapituliert Buxmann die Entwicklungsschritte und setzt nach: „Was nicht diskutiert worden ist, ist der Wert der Daten“.

Der Einsatz der Bluetooth-Technologie und die dadurch gewonnene Sicherstellung der Privatsphäre auf der einen Seite, trage nun dazu bei, dass auf der anderen Seite etwa kurzfristige Kontakte oder Begegnungen mit größeren Gruppen auf mittlerer Distanz nicht erfasst würden. „Ich sage nicht, dass das falsch ist, was gemacht worden ist. Ich will nur sagen, dass wir auch hier einen Trade-off haben: Was sind Daten wert – in dem Fall bemisst sich der Wert daran, dass wir die Pandemie gut bekämpfen können – und Privatsphäre“. Außerdem stellt Buxmann zur Erfassung von Kontaktdaten in Restaurants fest: „Neulich habe ich in einer Speisekarte acht bis neun ausgefüllte Zettel gefunden. Der Aufschrei wegen Datenschutz ist im Bereich Digitalisierung extrem hoch, während wir an anderen Stellen sehr schnell bereit sind Dinge zu akzeptieren“.



Über den ECSM


Schon seit 2013 ist der European Cyber Security Month, kurz ECSM, ein regelmäßig stattfindendes europaweites Format. 2020 sensibilisiert CYSEC zusammen mit dem Gründungsinkubator StartUpSecure I ATHENE für das Thema IT-Sicherheit. Eingebettet in das Thema „Gründungen aus der Forschung“ wird es unter dem Motto „Startups & Stories“ jeden Wochentag im Oktober eine Aktion für mehr Innovationen und Cybersicherheit geben.