Talk am Mittwoch mit Prof. Klaus-Michael Ahrend

21.10.2020

Beim „Talk am Mittwoch“ gehen während des European Cyber Security Month 2020 Expert:innen aus dem Bereich Wirtschaft und Wissenschaft mit unseren Moderator:innen ins Gespräch. Es geht um persönliche Erfahrungen und aktuelle Themen im Bereich Entrepreneurship und Cybersicherheit. In dieser Folge zu Gast: Prof. Klaus-Michael Ahrend, Geschäftsführer der HEAG Holding AG.

Bereits seit 2008 ist Prof. Klaus-Michael Ahrend Vorstandsmitglied der HEAG. Als Geschäftsführer leitet er das kommunale Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt. In der zweiten Folge des „Talk am Mittwoch“ spricht Ahrend, der außerdem Honorarprofessor der Hochschule Darmstadt und Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums HUB31 ist, mit Ute Richter, Managing Director der Innovationscommunity Digital Hub Cybersecurity, die Akteure aus etablierten Unternehmen, Forschung und Gründerszene zusammenführt.

Prof. Klaus-Michael Ahrend im Gespräch mit Ute Richter, Managing Director des Digital Hub Cybersecurity

Ahrend und Richter widmen sich dem Thema „Ökosysteme in Darmstadt“. Ökosysteme zeichnen sich, so Ahrend, durch eine gewisse Akteursvielfalt aus, so gebe es in Darmstadt rund 120 IT-Firmen. Als wichtigen Kernpunkt sieht er dabei, dass sich die Akteure auch auf die Wissenschafts- und Digitalstadt stützen könnten und poltische Führungskräfte Startups fördern wollen. Ahrend ergänzt: „Nicht ohne Grund ist es so, dass Darmstadt zum fünften Mal in Folge von der Wirtschaftswoche als Zukunftsstadt ausgezeichnet wurde“. Dem pflichtet auch Ute Richter bei: „Das Commitment was hier ist, sozusagen der Wunsch aller politischen Entscheidungsträger, sowohl auf der städtischen Ebene, der regionalen Ebene, aber auch der hessischen Ebene, das ist schon sehr hoch für diesen Standort.“ Ergänzt werde dieses politische Engagement, so Ahrend, durch Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgerschaft.

Als nicht unwesentlichen Vorteil des Ökosystems betrachten beide die Möglichkeiten die dieses für junge Start-ups nach der ersten Gründungsphase bietet. „Aber es passiert vielen Start-ups, dass sie an einem frühen Punkt, nach zwei, drei Jahren eigentlich sagen müssten: ‚Jetzt brauchen wir diesen riesigen Investitionsschub, wir brauchen zweistellige Millionenbeträge, um wachsen zu können, um international wettbewerbsfähig zu werden‘“, erläutert Richter. Leider würden diese Summe meist nur von ausländischen Investoren bereitgestellt werden. Prof. Ahrend verweist darauf, dass gerade hierfür Kontakte und Netzwerke des Ökosystems und deren Erfahrungen nützlich sein könnten, man aber den Blick auch über die Grenzen des Lokalen und Regionalen hinaus richten solle, auf Deutschland und auch nach Europa. Die Europäische Union lege beispielsweise Förderprogramme auf die durchaus hohe Summen an Gründer:innen ausschütten würden, paradoxer Weise sehe er als Evaluator nur selten deutsche Bewerbungen. Es lohne sich für Startups, sich damit näher zu beschäftigen, denn die Chancen “mit den Partnern auch über Darmstadt hinaus erfolgreich zu sein sind groß". Ein Erfolgsfaktor sei es, die Vernetzung und das Ökosystem auch aktiv zu leben.


Über den ECSM


Schon seit 2013 ist der European Cyber Security Month, kurz ECSM, ein regelmäßig stattfindendes europaweites Format. 2020 sensibilisiert CYSEC zusammen mit dem Gründungsinkubator StartUpSecure I ATHENE für das Thema IT-Sicherheit. Eingebettet in das Thema „Gründungen aus der Forschung“ wird es unter dem Motto „Startups & Stories“ jeden Wochentag im Oktober eine Aktion für mehr Innovationen und Cybersicherheit geben.